fensterprojekt zerbstbartholomaeiDie Kirche war das Gotteshaus des 1299 errichteten Chorherrenstiftes von St. Bartholomäi. Dieses besaß seit 1331 das Patronat über die Kirche St. Nikolai und mehrere Dorfkirchen der Umgegend. Im Dezember 1524 wurde der erste evangelische Geistliche an der Kirche angestellt. Der Pastor ist meist auch Superintendent und Hofprediger gewesen, da das Fürstenhaus seit jeher diese Kirche bevorzugt hat. Die alte Superintendentur ist 1642 gebaut, wurde 1719 Wohnung für den Geistlichen der Schloßgemeinde und diente zuletzt als fürstliche Soldatenschule. Die daneben stehende jetzige Superintendentur wurde nach dem Umbau 1713/14 erworben. Sie wurde am 18.4.1945 durch Fernbeschuß erheblich beschädigt wie das seit 1882 stehende Archidiakonat. An der Kirche ist ein Pastor im Amt. Daneben steht ein 2. Geistlicher, der den Titel Archidiakonus führte. Dann wirkte an der Kirche noch ein Diakonus bis 1819 und ein Subdiakonus 1720-1820. Hofprediger an der Schlosskapelle war der Pastor von St. Bartholomäi. Neben ihm war 1719-94 ein besonderer Hofdiakonus im Amt. Zugleich mit dem neuen Flügel des Schlosses entstand als eine Schöpfung von Minetti die Schloßkapelle in den Jahren 1717-19 im Barockstil die am 18.10.1719 eingeweiht wurde. Sie ist bei dem Fliegerangriff am 16.5.1945 völlig zerstört worden. Um 1200 entstand hier eine romanische Basilika mit Kreuzform, die seither oft verändert wurde. Von dieser ältesten Bauphase zeugt noch das Querschiff mit seinem 4-fach gestuften Nordportal. Der Chor wurde um 1300 verlängert mit geradem Abschluss und Netzgewölbe. Anfang des 15. Jahrhunderts ersetzte man das alte Langhaus durch einen dreischiffigen Saal in der Breite des Querhauses. Ein westlicher Anbau von 1517, der Treppenturm von 1598 und südlich die Fürstengruft von 1700 ergänzen den Bau. Der freistehende Glockenturm ("Dicker Turm") war ehemals Wachturm des nahen Burgbezirkes. 1945 erlitt die Kirche schwerste Kriegszerstörungen. Seither sind Langhaus und Anbau im Westen Ruine. 1951 wurden Chor und Querhaus behelfsmäßig wiederhergestellt. Von der früher reichen Ausstattung ist nur wenig erhalten: romanische Fresken im Südarm (1230), im Chor zwei gotische Sakramentsnischen, Epitaphien: Fürst Wolfgang v. Anhalt 1566 und Fürst Johann v. Anhalt 1572, Gemälde "Die Taufe Jesu" mit Stifter Wolfgang v. Anhalt von L. Cranach d. J. (1568) und das barocke Portal zur Fürstengruft.

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